Das Bett

Die Konstruktion für ein Wohnmobilbett

Als Anforderung an mein Wohnmobilbett und die Matratze hatte ich folgende Kriterien:
a) Das Bett sollte ausreichend breit zum Schlafen sein.
b) Es sollte zusammenklappbar sein, so dass ich es tagsüber als Sofa nutzen kann.
c) Es sollte Stauraum darunter bieten. Die Staukästen sollten von vorne und von oben zugänglich sein, die Elektrobox ebenfalls von oben.
d) das Ausziehen des Bettes sollte möglichst einfach sein, so dass ich jeden Abend nicht das ganze Auto umbauen muss.
e) Die Matratze darf nicht zu dick sein (zu wenig Höhe im Caddy) sollte aber dennoch guten Schlafkomfort bieten.

Eine Konstruktion, die mich viel Hirnschmalz und lange Nächte gekostet hat, bis sie stand. Sämtliche Vorschläge und Ideen, die ich im Internet finden konnte, passten alle nicht für den begrenzten Raum, der mir hier im Caddy zur Verfügung steht.
Auf so engem Raum ein ausreichend großes Wohnmobilbett hinzukriegen, war eine echte Herausforderung.

Die Lösung für das Wohnmobilbett

Die Bettunterkonstruktion steht ja bereits in Form der beiden Staukästen und der Elektrobox. Auf diese drei Kästen wird nun das Bett installiert. Es besteht aus drei Bettplatten in der jeweiligen Breite der Kästen und 60 cm tief. Sie werden alle drei noch mit jeweils einer „Fußplatte“ versehen, die mit einem Klavierband an der Bettplatte befestigt ist. Im zusammengeklappten Bett liegen die Fußplatten unter den Bettplatten, ausgeklappt stehen sie dann senkrecht als Fuß darunter und tragen die ausgezogenen Platten.

Der Bau des Wohnmobilbetts

Bettplatten für die Konstruktion des Betts

Zunächst wurden 3 Platten zugesägt (Pappelsperrholz 12 mm) in der Breite der 3 Kästen unter dem Bett, jeweils 60 cm tief. Darunter kommen die Fußplatten in der gleichen Breite und nur 31 cm tief, das entspricht der Höhe des Bettes.
Seitlich erhalten sie eine Führungsschiene, die entlang der Seitenwände der Kästen darunter läuft.

Bettplatten mit ausklappbaren Fußplatten

Diese sogenannten Fußplatten sind mit einem Klavierband an den Bettplatten befestigt, und lassen sind beim Ausziehen der Bettplatten ausklappen. Sie stehen dann senkrecht unter den Bettplatten als Füße.
Die Löcher in allen Platten erleichtern das Greifen der einzelnen Platten beim Ausziehen.

Der Einbau des Betts ins Wohnmobil

Fertiges Wohnmobilbett zusammengeklappt

Und so sehen die Bettplatten dann im Auto aus. Hinten liegen Sie auf den bereits eingebauten Klappen der Staukästen auf. Vorne liegen sie auf den darunter eingeklappten Fußplatten auf, so dass vorne und hinten die Höhe gleich ist.

Das Bett in ausgefahrenem Zustand und ausgeklappten Füßen

Im ausgezogenen Zustand liegen die Klappen hinten jetzt frei und die Bettplatten liegen direkt auf dem Rahmen der Staukästen. Die Bettplatten werden so weit ausgezogen, dass sie vor den Klappen liegen. Die Fußplatten unter den Bettplatten werden senkrecht ausgeklappt, so dass die Konstruktion darauf steht.

Eine Konstruktion für ein Wohnmobilbett, die alle meine oben genannten Anforderungen erfüllt.

Im Vordergrund übrigens das WC, das inzwischen eingebaut wurde. Außerdem habe ich mittlerweile den Boden verlegt. Dazu habe ich selbstklebende PVC-Planken von Gerflor in einem tollen Rotton verwendet. Der Boden wurde dafür zunächst mit einem Primer vorbehandelt, und darauf kleben die Planken wirklich wie Hölle.

Die Matratze für das Wohnmobilbett

Matratze für das Wohnmobil

Bei der Matratze für mein Wohnmobilbett habe ich mich für eine 7-Zonen-Kaltschaum-Matratze entschieden in dem Standardmaß 90×190 cm. Die Spezialanfertigungen in Sondermaßen für Wohnmobile hätten ein Vielfaches gekostet.
Die Matratze habe ich dann zunächst auf 180 cm gekürzt. Der Schaumstoff lässt sich leicht mit einem Cutter schneiden. Und dann wurde die 90 cm Breite in zwei Teile à 60 und 30 cm zerteilt.

Anpassung der Größe der Matratze

Der Bezug, mit dem die Matratze geliefert wurde, muss natürlich in Länge und Breite auch angepasst werden. Ich habe mir gleich noch einen zweiten Bezug separat dazu bestellt für den zweiten Schaumstoffblock.

Ändern des Bezugs der Wohnmobil-Matratze

Der erste Bezug wird auf die Größe von 180 x 60 cm reduziert. Der zweite Bezug wird dann für den schmaleren Schaumstoffblock 180 x 30 cm groß.

Einnähen des Reisverschlusses in den Bezugs

Etwas knifflig waren die Reißverschlüsse, die jeweils an einem Ende bis über beide Seiten laufen, damit der Bezug leichter über den Schaumstoffblock gezogen werden kann. Den Reißverschluss über die Ecken (sozusagen um die Kurve) zu nähen war eine Herausforderung. Und das ganze mit diesem extrem elastischen Material, dass sich beim Nähen ständig verzieht.

Geänderter Bezug für die Matratze

Aber auch das war irgendwann, irgendwie geschafft, und der erste Bezug ist fertig. Sieht doch gar nicht soooo schlecht aus. Ein bisschen wellig, aber das verschwindet ja nachher eh unter dem Laken.

Äbdern des Bezug für die Matratze

Der zweite Bezug hat leider nicht ganz genau das gleiche Hellblau, aber das sieht später beim bezogenen Bett auch niemand.
Der zweite Bezug war nach dem Ändern und der ersten Anprobe allerdings noch viel zu weit. Deshalb müssen nochmals einige Zentimeter in der Breite weg.

Fertige Bezüge der Wohnmobil-Matratze

Aber dann ist die Näherei erst einmal erledigt und auch der zweite Bezug passt endlich.

Matratzenteile im Wohnmobil eingepasst

Und so sieht es dann auf dem Bett aus. Auch hier passt es im ausgezogenen Zustand ….

Matratzenteile im zusammengefahrenen Bett, Rückwand wird hochgestellt als Rückenlehne

…und im zusammengefahrenen Zustand. Dabei wird dann der schmale Schaumstoffblock hochgestellt und dient als Rückenlehne, so dass ich das Bett tagsüber als Sitzgelegenheit nutzen kann.


Mit Bettwäsche bezogen ist das ganze dann fertig zum Schlafen.

Die Tagesdecke

Tagsüber als Sofa soll das Bett noch eine Tagesdecke/Überwurf bekommen. Dafür nähe ich einen kuscheligen Fleecestoff und eine Lage Polsterstoff zusammen. So sieht die eine Seite der Decke gut aus als Sofa. Die andere Seite ist wärmend und so gleichzeitig als zusätzliche warme Decke für kalte Nächte nutzbar.

So sieht die Seite mit dem Polsterstoff aus …

… und so die Rückseite mit dem Fleece. Ich habe die beiden Stofflagen einige Male quer zusammengesteppt, damit die Decke nicht zu viele Falten wirft.

Und … Tadaaaa.

Fertig ist das Bett bzw. Sofa!