Hiiumaa – Leuchtturm-Rallye

Eine Leuchtturm-Rallye auf Hiiumaa?? Das klingt vielleicht etwas abwegig er langweilig, ist es aber keineswegs. Ich fand es richtig spannend und interessant …

Hiiumaa ist sehr viel kleiner als Saaremaa und liegt nördlich von ihr. Die Insel ist also noch mehr der rauen See ausgesetzt und für die Schiffe, die von hoher See kommen, die erste Landzunge auf die sie treffen. Die Wahrzeichen dieser Insel sind deshalb ihre Leuchttürme. Die will ich mir also heute anschauen.

1. Leuchtturm: Kopu Tuletorn

Der erste Leuchtturm, direkt in der Nähe meines Schlafplatzes, ist der Kopu Tuletorn. Er steht auf der nordwestlichen Ecke der Insel. Aber merkwürdigerweise steht er nicht direkt am Meer, sondern etwas vom Meer entfernt. Er wurde um 15010 als erster Leuchtturm der Insel gebaut auf Anforderung der Hanse, die ein sicheres Orientierungszeichen für ihre Seefahrer brauchte.

Kopu Tuletorn

Ein mächtiger Bau m it einem dicken steinernen, stabilen Sockel. Dieser Sockel stellt in früheren Zeiten den gesamten Leuchtturm dar. Er hatte eine hölzerne Außentreppe und ein offenes, ständig bewachtes Feuer. Erst sehr viel später wurde der obere Teil aufgebaut, der Turm damit weiter erhöht und die Treppe dann ins Innere verlegt.

Kopu Tuletorn
Kopu Tuletorn
Kopu Tuletorn

Im Inneren führt nun eine enge Treppe mit ganz niedriger Durchgangshöhe ganz steil nach oben. Die Treppenstufen sind ca. 50 cm hoch und der Aufstieg kostet richtig Kraft. Nach dem ersten gerade Stück geht es dann als Wendeltreppe um enge Kurven. Auch wenn der Bau von außen so riesig ist, im Inneren ist alles eng.

Kopu Tuletorn
Kopu Tuletorn
Kopu Tuletorn

Endlich oben angekommen bietet sich ein fanstatischer Rundumblick. Hier oben bekommt man einen ganz guten Eindruck, wieviel Wald die Insel bedeckt. Waren es auf dem Festland von Estland eher Birkenwälder, stehen auf der Insel Saaremaa und auch hier auf Hiiumaa fast ausschließlich Kiefern- und Pinienwälder.

2. Leuchtturm: Ristna Tuletorn

Die Rallye geht weiter zum nächsten Leuchtturm, dem Ristna Tuletorn. Er steht sozusagen an vorderster Front ganz am nordwestlichsten Zipfel der Insel. Er steht im Gegensatz zum ersten direkt ganz nahe an der Küste und hat einen ganz anderen Charakter. Der erste war aus Stein, dieser hier ist komplett aus Metall. Die einzelnen Metallteile wurden 1874 aus Paris geliefert.

Ristna Tuletorn
Ristna Tuletorn

Eine Metalltreppen führt um den schmalen Kern des schlanken Turms nach oben. Beim Hinuntersteigen dieser engen Wendeltreppe wird man fast schwindelig.

Ristna Tuletorn
Ristna Tuletorn

Auf halber Höhe hat sie dann doch noch etwas Holz abbekommen. Hier ist eine wunderschöne Plattform eingebaut. Aber es geht noch weiter hinauf. Und oben angekommen wieder das herrliche Panorama aus Wald und Meer.

Ristna Tuletorn
Ristna Tuletorn
Ristna Tuletorn
Ristna Tuletorn

3. Leuchtturm: Tahkuna Tuletorn

Jetzt geht die Fahrt wieder ein Stück zurück und dann die Küste entlang bis zur nördlichsten Spitze. Schon von weitem sieht man den Takhuna Tuletorn.

Tahkuna Tuletorn

Der Tahkuna ist schmal und elegant wie der Ristna, aber blendend weiß und deutlich höher als sein roter Bruder.

Tahkuna Tuletorn
Tahkuna Tuletorn

Eine bequeme Treppe führt über mehrere Plattformen nach oben. Das Interieur ist teilweise richtig elegant gestaltet. Die Metallteile des Turms wurden zusammen mit denen von Rista gleichzeitig in Paris geordert. In diesem Turm hier erkennt man den Paris Chic. Oben angekommen bietet sich der inzwischen schon gewohnte Ausblick.

Tahkuna Tuletorn
Tahkuna Tuletorn
Tahkuna Tuletorn

Von oben ist zu erkennen, dass auf der Landspitze vor dem Leuchtturm ein Mahnmal mit einer frei hängenden Glocke steht. Durch die spezielle Konstruktion fängt die Glocke bei Sturm wie von Geisterhand selbstständig an zu läuten. Sie soll an das Unglück von 1994 erinnern, als die Fähre Estonia auf dem Weg von Tallin nach Stockholm sank. 852 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter viele Kinder. 95 Leichen konnten geborgen werden, den Rest hat das Meer begraben.

Mahnmal für das Fährunglück der Estonia
Mahnmal für das Fährunglück der Estonia

Diese Stelle hier, ist der Punkt auf Land, der der Stelle auf dem Meer am nächsten kommt, wo die Estonia versank.

Nach so viel Leuchtturm brauche ich dringend mal eine Toilette. Ich frage beim Leuchtturmwärter nach. Er schaut mich an, als wäre ich nicht ganz bei Verstand und erklärt mir dann, ich wäre doch direkt daran vorbei gelaufen. Ja, jetzt wo er es sagt, kann ich die Zeichen dieses Schildes auch deuten. Ich komme mir tatsächlich blöd vor. Und um die Ecke herum steht dann da auch tatsächlich das Toiletten-Häuschen.

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