Regen in Lappland

Nachdem ich auf dem Pass Stekenjokk übernachtet habe, wollte ich eigentlich noch eine Wanderung hier oben im Klimpfjäll unternehmen. Aber das Wetter spielt nicht mit. Es regnet wieder. Eigentlich bin ich froh, diese Ausrede zu haben. Nach der gestrigen Höhlentour bin ich immer noch ganz schön kaputt und habe keine soooo große Lust auf eine Wanderung.

Deshalb fahre ich auf dem Vildmarksvägen weiter. Allerdings fahre ich den Bogen nicht ganz fertig bis nach Vilhelmina, sondern biege vorher bei Saxnäs nach links ab. Ich will ins Vindellsfjällen Naturreservat hoch Hier liegt Tärnaby, der Heimatort von Ingemar Stenmark. Außerdem führt hier der Kungsleden entlang, der wohl berühmteste Fernwanderweg Schwedens, der das ganze Land von Nord nach Süd durchquert. Auf ihm will ich eine 3-Tages-Etappe laufen.

Aber es regnet, und regnet. Schon auf der Fahrt dorthin kündigen die dunklen Wolken an, was mich erwartet.

In Tärnaby schüttet es so stark, dass selbst der Schnellgang der Scheibenwischer die Wassermassen nicht beseitigen können. Der Petrus Lapplands ist mir gar nicht wohl gesonnen. Schon im finnischen Lappland hat er mich mit Regen zugeschüttet. Und nun hier im schwedischen Lappland das gleiche!

Die Vorhersagen für die nächsten Tage sehen auch keine Wetterbesserung vor. Deshalb streiche ich meinen Plan für die Kungsleden-Etappe.

Eigentlich wollte ich hier in Lappland noch weiter nördlich hinauf. Aber leider ist meine Standheizung inzwischen wieder außer Funktion. Die Temperaturen sind hier bereits ziemlich frostig und für den Norden ist bereits Nachtfrost angesagt. Deshalb muss ich leider auch diesen Plan streichen, denn das ginge nur mit funktionierender Standheizung.

Deshalb fahre ich im südlichen Teil Lapplands quer rüber Richtung Ostküste nach Skelleftea. In Storuman lege ich aber zunächst einen Tag auf einem Campingplatz ein. Ich brauche dringend mal wieder eine Waschmaschine. Und eine Sauna für mich zum Aufwärmen.

Von Storuman geht es dann quer durch Lappland. Die Samen sind hier zuhause und ihre Haupteinkunftsquelle ist die Rentierzucht. Mehrmals komme ich an riesigen Gehegen vorbei, die zwei Mal im Jahr dazu dienen, die Rentierherden zusammen zu treiben. Hier werden die Tiere und ihr Nachwuchs dann gezählt, Tiere zum Schlachten aussortiert, Verletzungen und Krankheiten versorgt.

Auf der Fahrt komme ich auch immer wieder an landschaftlichen Höhepunkten vorbei. Mal sind es treppenartige Wasserfälle, dann wieder fantastische Ausblicke von oben in die Landschaft.

Die Straßen sind zum Teil wieder üble Schotterpisten. Meine Stoßdämpfer haben zwischen den Geist aufgegeben, zumindest fühlt es sich so an.

Nett finde ich immer wieder die Schilder, die mich darauf hinweisen, dass ich hier 80 kmh fahren darf. Ich weiß nicht, wie nett mein Caddy das finden würde, wenn ich ihn tatsächlich mit 80 kmh durch die Schlaglöcher knüppeln würde.

An der Ostküste in Skelleftea angekommen suche ich mir einen Übernachtungsplatz direkt am Meer. Da es aber immer noch in Strömen schüttet, kann ich es gar nicht richtig genießen. Die Nacht wird jedenfalls schweinekalt. Aber ich habe mir inzwischen eine gute altmodische Wärmflasche gekauft. Die nehme ich mit ins Bett.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.