Bohusläns Küste

Die Weiterfahrt Richtung Süden findet bei schönstem Sonnenschein statt. Es ist kalt und noch immer bläst dieser heftige Wind, aber es ist wenigstens trocken.

Den ganzenTag über muss ich noch an den Flug der Gänse von gestern Abend denken. Vielleicht war das ein Zeichen, dass es auch für mich Zeit für den Abflug nachhause wird?

Ich vermeide mal wieder die E-Schnellstraße und fahre stattdessen die ganz kleinen Straßen direkt an der Bohusläns Küste entlang. Die gesamte Küste hier ist geprägt von riesigen Felsformationen, die von der Eiszeit rundgeschliffen sind. In ihren Schutz kauern sich einzelne Höfe, oder ganze Siedlungen.

Einer der hübschesten Orte dieser Küste ist Fjällbacka. Der Ort ist unglaublich dicht bebaut, durch manche Gassen kommt man mit dem Auto kaum hindurch. Aber alle Holzhäuser sehr schön und liebevoll gestaltet.

Direkt hinter dem Ort erhebt sich einer der höchsten Felsen der Küste. Von hier oben hat man einen grandiosen Blick auf den Ort hinunter und über die Schären der Küstenlandschaft. Der Ausblick ist das Hochklettern wert!

Ich fahre noch bis Rönnäng an der Südspitze einer kleinen Halbinsel kurz vor Göteborg.

Hier finde ich einen Übernachtungsplatz direkt an einem winzigen Strand.

Baden ist hier im Moment aber nicht so ratsam, das Wasser ist voll mit Quallen, die lange Nesselfäden hinter sich herziehen. Ich erinnere mich, dass ich als Kind in einem Dänemarkurlaub mal Bekanntschaft mit solchen Quallen gemacht habe. Die Haut hat noch tagelang gebrannt, wo sie mit den Fäden in Kontakt kam. Ich glaube, es wurde uns damals gesagt, das wären Feuerquallen. Ob diese hier auch zu dieser Sorte gehören, will ich gar nicht herausfinden.

Weiterfahrt bis Malmö

Die Nacht bringt erneut heftigen Regen. Und auch der nächste Morgen sieht durchwachsen aus. Meinen Plan, hier in der Nähe nördlich von Göteborg noch eine Runde Golf zu spielen streiche ich mal wieder.

Ich will heute zunächst bis Göteborg fahren, und mir die Stadt anschauen, falls das Wetter es zulässt. Aber als ich mich Göteborg nähere, schüttet es wie aus Kübeln und über der Stadt hängt ein dichter, grauer Regenschleier. Nicht sehr einladend.

Ich fahre deshalb weiter bis nach Malmö. Unterwegs richtiges Aprilwetter: mal so heftige Regengüsse, dass man auf der Autobahn nur noch Schritttempo fahren kann, dann kommt wieder die Sonne raus. Das ist das gute an dem starken Wind, er bläst auch die Regenwolken sehr schnell vor sich her und auch wieder weg.

Kurz vor Malmö biege ich links ab nach Bara. Hier liegt der Golfplatz PGA of Sweden National. Besser gesagt, die Plätze, denn es sind zwei 18-Loch-Plätze: der Lakeside Course und der Links Course.

Bereits die Einfahrtsstraße zu den Plätzen ist sehenswert und der erste Blick auf das imposante Clubhaus ist beeindruckend.

An der Reception bekomme ich sofort eine T-time für morgen auf dem Links Course. Ich habe die freie Auswahl, es ist überhaupt nichts los (die Saison ist rum!). Das Wetter sieht für morgen gar nicht so schlecht aus, aber immer noch so viel Wind.

Als ich zum Auto auf dem Parkplatz zurücklaufe, geht ein heftiger Hagelschauer über uns hinweg. Die paar Meter reichen, dass ich komplett durchnässt und fast erfroren bin. Eine Viertelstunde später scheint wieder die Sonne. Hoffentlich erwischt mich solch ein Schauer morgen auf der Runde nicht.

Zur Übernachtung bleibe ich direkt vorm Clubhaus stehen. Fast der gesamte riesige Parkplatz ist leer. Außer mir stehen nur noch 4 Autos hier. Heute Nacht habe ich ihn wahrscheinlich exklusiv für mich.

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