Nationalpark Zemaitija

Die Landschaft ändert sich sehr rasch, sobald man die City von Klaipeda verlassen hat. Viel weites, flaches, grünes Land, beherrscht von Landwirtschaft. Es geht von Klaipeda aus in nordöstlicher Richtung zum Nationalpark Zemaitija,

Karte Fahrt Klaipeda - Nationalpark Zemaitija
Storchennest

Unterwegs fallen die vielen Storchnester auf. Auf fast jedem Strommast ist eins montiert und viele davon sind besetzt. Zum großen Teil sogar mit Nachwuchs.

Ich hatte mir vor zwei Tagen für diesen Nationalpark eine Paddeltour gebucht auf der Plattform „Get your Guide“. Bereits 5 Minuten nach der bestätigten Buchung bekam ich bereits eine private Email von dem Guide. Er wollte wissen, in welchem Hotel er mich abholen kann, was ich mitnehmen soll, etc. Super Service, sehr nett und freundlich!!

Als ich ihm erklärt habe, dass im Womo unterwegs bin, haben wir als Treffpunkt am 5.6. um 10:00 Uhr eine Tankstelle in Plungè verabredet. Er meinte dort könnte ich das Auto problemlos stehen lassen. Und freies Übernachten sei im Nationalpark sehr schwierig.

Karte Nationalpark Zemaitija

Ich war jedoch bereits am frühen Nachmittag dort. Auf dieser Tankstelle so lange auszuharren und zu übernachten, fand ich nicht so prickelnd. Also beschloss ich, schon mal in den Nationalpark reinzufahren. Und das hat sich gelohnt.

Berzoras See
Berzoras See
Berzoras See

Immer mehr Seen tauchen zwischen den Bäumen auf und lassen mich ständig anhalten, um ein Foto zu machen. Ich kann gar nicht genug kriegen, von diesen tollen Ausblicken.

Campingplatz Witches Homestead arcs

Und dann taucht am Berzoras See plötzlich ein ganz kleines Schild „Camping“ auf. Eine enge Einfahrt, ich bin mir nicht sicher, ob ich rein fahren darf. Aber dann sehe ich einen größeren Camper und sonst nur leere Wiesen. Ich darf mir den Platz frei wählen, soviel habe ich jedenfalls von dem Besitzer verstanden. Auch er spricht nur Litauisch.

Campingplatz Witches Homestead arcs
Campingplatz Witches Homestead arcs

Aber hej …. was für ein idyllischer Ort!. Direkt an eine See gelegen und absolut nichts los. Den Namen des Campingplatzes kann ich nicht ganz nachvollziehen: Witches Homestead arcs.

Habe meine eigene kleine Grillhütte neben meinem Auto. Dort richte ich mir mein Abendessen mit dem Räucherfisch her.

Internationales Abendessen

Es wird ein total internationales Essen. Aus Litauen stammen der Räucherfisch, die grünen Tomaten und die Erdbeeren (war unterwegs noch einkaufen). Dazu gibt es deutsches Schwarzbrot, Butter aus Irland und einen Sauvignon-Blanc aus Chile. Und die alte Frau am Fischstand hatte Recht. Auch der zweite Fisch ist super lecker.

Der größere Camper, den ich beim Hineinfahren gesehen hatte, gehört einem Schweizer Ehepaar. Ihnen biete ich gleich erst mal etwas von meinem Räucherfisch an, da ich nicht vorhabe, jetzt 14 Tage lang jeden Abend das gleiche zu essen. Sie freuen sich und laden mich sofort ein, nach dem Essen doch auf einen Wein rüber zu kommen.

Es wird ein toller Abend. Die beiden sind super nett und aufgeschlossen und bereits viel und weit gereist. Der Gesprächsstoff geht uns jedenfalls bis weit nach Mitternacht nicht aus.

Da es seit 2 Tagen schlagartig warm geworden ist, sind auch die Moskitos erwacht. Die Jagdsaison ist eröffnet.

Moskitos sind erwacht

Aber irgendwie scheinen die Viecher noch nicht ganz wach zu sein. Oder sie brauchen erst mal einen ordentlichen Blut-Cocktail um auf Touren zu kommen. Sie sind erstens noch sehr langsam und lassen sich problemlos mit der Hand fangen. Und wie man sieht, sind sie auch noch ziemlich blöd. Statt 1 cm nebendran die nackte Haut anzuzapfen, versucht sich dieses Exemplar erfolglos bei mir durch 2 Lagen dicken Jeansstoff zu bohren und lässt sich dabei auch noch in aller Ruhe fotografieren… !!!???

Ich fürchte, das wird sich im Laufe der nächsten Tage ändern!

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